Lexikon

SPD

SPD ist die Abkürzung für Sozialdemokratische Partei Deutschlands.

Die SPD ist die älteste deutsche Partei. Sie ging aus dem "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" hervor, der 1863 gegründet wurde. Die SPD verstand sich anfangs als Arbeiterpartei und setzte sich für die Rechte der Arbeiter ein. Sie sollten gute Arbeitsbedingungen haben und ordentlich bezahlt werden. Für reiche Menschen und Besitzer von Firmen war die SPD damit nicht wählbar.

In der Regierungszeit Adolf Hitlers wurde die SPD verboten. 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, begann die Partei wieder mit ihrer Arbeit. Damals änderte sich die Haltung der SPD. Den Arbeitern ging es nicht mehr so schlecht wie in früheren Zeiten. Deshalb konnte die Ablehnung gegenüber der Wirtschaftsordung gelockert werden. Dadurch interessierten sich auch andere Wählerschichten für die SPD.

Ihre beste Zeit erlebte die SPD Mitte der 1970er Jahre. Damals war sie die Partei mit den meisten Mitgliedern: rund eine Million Menschen waren der SPD beigetreten. Damals regierte die SPD zusammen mit der FDP und stellte mit Helmut Schmidt den Bundeskanzler.

Diese Regierung brachte viele Reformen auf den Weg, die das Leben in Deutschland lebenswerter machten. So wollte die Partei zum Beispiel, dass mehr Kinder aus Arbeiterfamilien Abitur machten und unterstützte die Familien finanziell.
Auch in der Außenpolitik ging die SPD damals neue Wege. Das wurde vor allem gegenüber den Ländern des sogenannten Ostblocks deutlich. Dazu zählten die DDR und andere Nachbarstaaten in Osteuropa. Sie hatten ein völlig anderes Verständnis, wie eine Gesellschaft organisiert sein sollte.

Unter Bundeskanzler Willy Brand entspannte sich das Verhältnis zu diesen Staaten. Er scheute sich auch nicht, sich für Unrecht, das die Deutschen während des Krieges begangen hatten, zu entschuldigen. Das alles brachte der SPD viel Sympathie ein.

In der Zwischenzeit ist die Mitgliederzahl der SPD auf eine gute halbe Million geschrumpft. Besonders viele Genossen haben ihr Parteibuch seit 2003 abgegeben, weil sie nicht mit dem von Gerhard Schröder (SPD, Bundeskanzler von 1998 bis 2005) eingeleiteten Reformkurs einverstanden waren. Diese Reformen nahmen einschneidende Veränderungen und Kürzungen im Sozialsystem vor. Auch Hartz IV wurde in diesem Zusammenhang anstelle von Sozialhilfe eingeführt.

Viele Sozialdemokraten fanden, dass diese Reformen nicht den kleinen Leuten, sondern den Wirtschaftsbossen nutzten. Sie sahen darin einen Verrat an dem klassischen Ziel der SPD, schwächere Bevölkerungsgruppen zu schützen. Einige traten deshalb nicht nur aus, sondern gründeten 2005 gleich eine neue Partei: die WASG (Wahlalternative und soziale Gerechtigkeit). Sie bestand nur zwei Jahre und schloss sich 2007 mit der Linkspartei - PDS zur Partei Die Linke zusammen.

Seit 2005 bildete die SPD zusammen mit der CDU/CSU eine Große Koalition. Bei der Bundestagswahl vom 27. September 2009 verlor sie allerdings drastisch an Stimmen. Deshalb wird die SPD in den kommenden vier Jahren nicht mehr an der Regierung beteiligt sein.