Daten-Spähprogramm ganz harmlos?

Möglichst viel öffentlich preisgeben, dann hat der Geheimdienst nicht so viel Arbeit! Möglichst viel öffentlich preisgeben, dann hat der Geheimdienst nicht so viel Arbeit! ©

Seit einer Woche weiß die Welt, dass der US-amerikanische Geheimdienst mit einem Programm namens "Prism" Internet-Nutzer und Telefonkunden ausspioniert. Ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter hatte zwei amerikanische Zeitungen darüber informiert.

Seitdem bemühen sich die großen Internetkonzerne wie Google, Facebook, Microsoft, Apple und andere, ihre Kunden zu beruhigen. Niemals hätte der Geheimdienst Zugriff auf die Daten der Kunden gehabt, sagen sie. Es seien allerdings immer wieder Anfragen eingegangen, dem Geheimdienst zu helfen. So sei bei Apple in einem halben Jahr 5000mal nachgefragt worden, bei Facebook sogar knapp 10.000mal. Bei Microsoft gingen über 30.000 Anfragen nach Kundenadressen ein.

Dabei sei es meistens um Untersuchungen zu Raubüberfällen und anderen Verbrechen gegangen, sagte ein Apple-Sprecher, oder um die Suche nach vermissten Kindern. Auch verwirrte Patienten oder Selbstmord gefährdete Menschen habe man so finden wollen. Das glauben viele Menschen nicht, denn mit diesen Aufgaben hat normalerweise die Polizei zu tun, nicht der Geheimdienst.

Ob auch in Deutschland Daten angefragt und weitergegeben wurden, ist noch nicht klar. Allerdings weisen Datenschützer darauf hin, dass viele Menschen so viele Daten von sich freiwillig in sozialen Netzwerken preisgeben, dass sich jede Behörde dort ohne Probleme bedienen kann.