Delta-9 THC: Ein Überblick

Delta-9 THC ist ein psychoaktives Cannabinoid, das Cannabiskonsumenten gut kennen. Es ist ein Wirkstoff, der mit dem charakteristischen “High” von Marihuana in Verbindung gebracht wird. Es verursacht auch eine bekannte Nebenwirkung, die liebevoll als “Heißhunger” bezeichnet wird.

Delta-9 THC ist in rohen Cannabispflanzen enthalten. Es wird ein Prozess angewandt, der als Decarboxylierung (Erhitzen der Cannabisblüte) bekannt ist, bei dem chemische Reaktionen stattfinden, die THCa in Delta-9 THC umwandeln, so dass insgesamt noch mehr THC verfügbar ist.

THCa ist eigentlich nicht psychoaktiv, was bedeutet, dass es bei Ihnen kein Rauschgefühl auslöst. Sobald THCa jedoch decarboxyliert und in Delta-9 THC umgewandelt wird, ist das resultierende Cannabinoid psychotoxisch, was bedeutet, dass es einen Rausch verursacht. Viele Analysezertifikate (COAs) berechnen das “insgesamt verfügbare” THC unter Berücksichtigung der Decarboxylierung. Allein das Rauchen von Cannabis führt zur Decarboxylierung von THCa zu THC.

Damit Substanzen Veränderungen im menschlichen Körper bewirken können, müssen sie mit den Zellen interagieren. Das als Delta-9 THC bekannte Cannabinoid und die meisten seiner “Analoga” üben ihre Wirkung über das Endocannabinoid-System (ECS) aus.
Das Endocannabinoid-System und THC

Die meisten Tiere und Menschen haben ein ECS (Endocannabinoid-System). Dabei handelt es sich um ein System, das ein kompliziertes Netzwerk aus Rezeptoren und Verbindungen umfasst, die mit diesen Rezeptoren in Wechselwirkung treten. Das ECS ist der neurologische Weg, über den die Weichteile und Organe miteinander kommunizieren, um reibungslos zu funktionieren.

Wir klassifizieren die ECS-Rezeptoren als CB1 oder CB2. Sie sind über das gesamte Rückenmark, das Gehirn und den Rest des Körpers verteilt. Ihr Gehirn enthält hauptsächlich CB1-Rezeptoren. Aber CB2-Rezeptoren sind überall zu finden, vor allem in den Zellen Ihres Immunsystems. Cannabinoide sind die Schlüssel, und die CB1- und CB2-Rezeptoren sind die Schlüssellöcher.

Der menschliche Körper verfügt über Verbindungen, die als Endocannabinoide (interne Cannabinoide) bekannt sind und mit den Rezeptoren interagieren. Anandamid und 2-AG sind die Endocannabinoide, die wie ein Schlüssel funktionieren, um die CB1- und CB2-Rezeptoren zu aktivieren oder zu “entriegeln”.

THC interagiert mit CB1- und CB2-Rezeptoren und ist auch ein “partieller Agonist” von CB1- und CB2-Rezeptoren. Zur weiteren Erklärung: THC bindet sich an die Rezeptoren, um sie zu aktivieren. Durch einen teilweisen “Agonismus” der CB1-Rezeptoren im Gehirn und der CB2-Rezeptoren im restlichen Körper übt THC bestimmte Wirkungen aus.