Ein Blick auf die großen und kleinen Cannabinoide

Die am besten erforschten Cannabinoide werden von Experten gemeinhin als die “Großen Sechs” bezeichnet, zu denen gehören: CBG, THC, CBD, CBN, CBC, THCv. THC und CBD sind zwar die bekanntesten der wenigen großen Cannabinoide, da sie in der Cannabiskultur sehr beliebt sind und in der Öffentlichkeit weit verbreitet sind. Unbekanntere Cannabinoide, die meist in der Kategorie der Nebencannabinoide angesiedelt sind, werden zunehmend positiv aufgenommen. Diese seltenen Verbindungen werden in kleineren Mengen und in sehr geringer Konzentration hergestellt, weshalb diese seltenen Cannabinoide in der Regel unterbewertet sind. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften und einzigartigen Merkmale werden diese seltenen Sorten jedoch immer häufiger nachgefragt.

Beginnen wir mit CBG (Cannabigerol), das auch als “Mutter der Cannabinoide” bezeichnet wird. Diese wichtige Cannabinoidverbindung wird von vielen als lebenswichtig für die Cannabispflanze und ihre sprießenden Teile angesehen. Ursprünglich in den unreifen Stadien der Wachstumsentwicklung der Pflanze produziert, fungiert CBG als Hauptdrehscheibe, von der aus sich alle anderen Cannabinoide entwickeln, während die Pflanze weiter wächst.

Wahrscheinlich haben Sie schon von Tetrahydrocannabinol (THC) gehört, der psychoaktiven Komponente der Cannabispflanze. Sowie von Cannabidiol (CBD), dem ähnlichen, nicht psychoaktiven Vergleichsstoff. Die beiden als die beliebtesten Haupt-Cannabinoide gefeierten Substanzen haben Gemeinsamkeiten und deutliche Unterschiede. Als Isomere haben diese wichtigen Cannabinoide zwar die gleiche chemische Formel, aber eine völlig unterschiedliche chemische Struktur. Das bedeutet, dass die Verbindung der Cannabinoide mit dem menschlichen Körper entgegengesetzte Wirkungen hervorruft. Obwohl sie sich bei der Erzeugung eines Rausches unterscheiden, sind die medizinischen Vorteile dieser Verbindungen weitgehend identisch. Daher konkurrieren sie auf dem Cannabismarkt miteinander.

Ähnlich wie Tetrahydrocannabinol wirkt auch Cannabinol, weithin bekannt als CBN, sedierend. Diese zweitklassige Verbindung erzeugt aus dehydrierten und abgebauten THC-Komponenten verwandte, aber dennoch beruhigende psychoaktive Wirkungen. Obwohl es vergleichsweise weniger konzentriert ist, ahmt CBN die vielen gesundheitlichen Vorteile seines Vorbilds nach, wie etwa die immunsuppressive und entzündungshemmende Wirkung. Diese Cannabinoidverbindung findet man in der Regel in gealterten Trockenpflanzen.

CBC oder Cannabichromen ist ein weiteres kleines Cannabinoid, das in Cannabis vorkommt. Obwohl diese Verbindung nicht sehr bekannt ist, verfügt sie über einige wirksame Eigenschaften. Dieses Cannabinoid ist absolut nicht psychedelisch, es ist eher für verschiedene medizinische Zwecke geeignet. Es ist weithin bekannt für seine progressive antidepressive Wirkung und die Förderung eines gesunden Gehirns. Dieses Cannabinoid ist eines der wenigen, die die Theorie des “Entourage-Effekts” belegen. Dieses Konzept stützt die Idee, dass die Funktionalität von Cannabinoiden stärker ist, wenn sie zusammen und nicht unabhängig voneinander wirken.

Tetrahydrocannabivarin ist eine zweiphasige Verbindung, die bei höherer Dosierung einen Rausch auslöst und bei niedrigen Konzentrationen entgegengesetzte, nicht psychoaktive Wirkungen hat. Dieses Cannabinoid, das gemeinhin als THCV bezeichnet wird, hat aufgrund seiner appetithemmenden und den Energiestoffwechsel regulierenden Wirkung den Spitznamen “Skinny Weed” (dünnes Gras) erhalten, und obwohl diese Studien noch nicht abgeschlossen sind, haben Experten darüber hinaus festgestellt, dass THCV ein Potenzial für die therapeutische Behandlung der Nikotinabhängigkeit hat, was darauf hindeutet, dass es sich vorrangig für die Entwicklung einer wirksamen Behandlung der Nikotinsucht eignet.